Wer ist Gott?

In dieser 16-teiligen Serie spricht Robert Rauhut mit Prof. Dieter Hattrup über das Thema „Gott“. Direkt kann Gott kein Thema sein, denn wer vernünftig reden will, muß Definitionen haben, aber von Gott gibt es keine Definition, da Gott keine Grenzen hat. Wie kann man dann von Gott reden? Es gibt zwei Möglichkeiten. Die Menschen reden seit Urzeiten von Gott und den Göttern. Sie wollen wissen, woher sie kommen und wohin sie gehen. Und das Sprichwort sagt: Gott ist das, woran Du Dein Herz gehängt hast. Die andere Möglichkeit ist: Gott selbst redet über Gott. Das ist in Christus geschehen, wie wir glauben. Der Mensch will zu Gott kommen, aber das geht nur, wenn Gott zum Menschen kommt und selbst Mensch wird. Von diesen beiden Möglichkeiten, von Aufstieg und Abstieg, handelt die Sendereihe.

Folge 15 - Unbehaust vor der Unendlichkeit Gottes: Martin Heidegger

Die 15. Sendung handelt vom Philosophen Martin Heidegger, der 1976 gestorben ist. Er ist ein extremer Neuzeit-Denker, er steht unbehaust vor der Unendlichkeit Gottes. Nicht Glaube und nicht Kirche schützen ihn vor dieser Unendlichkeit. Er nennt das Fragen die Frömmigkeit des Denkens und stellt es gegen die Antworten der Kirche. 1935 beginnt er einen heftigen Streit mit Theodor Haecker, der dreifach seine Gegengestalt ist: Haecker ist katholisch geworden, ist gegen die Nazis und für das Dogma. Was Heidegger nicht denken kann, ist das Unendliche im Endlichen. Als er sein im Geist der Nazis geführtes Rektorenamt verläßt, fragt ihn sein Kollege Schadewaldt ironisch mit Blick auf Platon: „Nun, zurück aus Syrakus, Herr Heidegger?“

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