Wer ist Gott?

In dieser 16-teiligen Serie spricht Robert Rauhut mit Prof. Dieter Hattrup über das Thema „Gott“. Direkt kann Gott kein Thema sein, denn wer vernünftig reden will, muß Definitionen haben, aber von Gott gibt es keine Definition, da Gott keine Grenzen hat. Wie kann man dann von Gott reden? Es gibt zwei Möglichkeiten. Die Menschen reden seit Urzeiten von Gott und den Göttern. Sie wollen wissen, woher sie kommen und wohin sie gehen. Und das Sprichwort sagt: Gott ist das, woran Du Dein Herz gehängt hast. Die andere Möglichkeit ist: Gott selbst redet über Gott. Das ist in Christus geschehen, wie wir glauben. Der Mensch will zu Gott kommen, aber das geht nur, wenn Gott zum Menschen kommt und selbst Mensch wird. Von diesen beiden Möglichkeiten, von Aufstieg und Abstieg, handelt die Sendereihe.

Folge 13 - Die schamlose Unverschämtheit: Nietzsche

Die 13. Sendung heißt schamlose Unverschämtheit und handelt von Friedrich Nietzsche. Die ganze Neuzeit ist in der Gottesfrage unverschämt, aber wenn Descartes Gott verdrängen will, dann sagt er schamhaft verhüllt, er wolle den Menschen zum Meister und Besitzer der Natur machen. Bei seinem Ur- Enkel im Geiste, bei Nietzsche, fallen alle Hüllen hinweg: „Wie hielte ich es aus kein Gott zu sein, also gibt es keine Götter!“ Der Mensch muß sich selbst erschaffen, sonst ist Atheismus unmöglich. Im Zarathustra heißt es: „Aber der Knoten von Ursachen kehrt wieder, in den ich verschlungen bin, – der wird mich wieder schaffen! Ich selber gehöre zu den Ursachen der ewigen Wiederkunft.“ Das Unmögliche für wirklich zu halten, ist die vollendete Unverschämtheit.

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