Wer ist Gott?

In dieser 16-teiligen Serie spricht Robert Rauhut mit Prof. Dieter Hattrup über das Thema „Gott“. Direkt kann Gott kein Thema sein, denn wer vernünftig reden will, muß Definitionen haben, aber von Gott gibt es keine Definition, da Gott keine Grenzen hat. Wie kann man dann von Gott reden? Es gibt zwei Möglichkeiten. Die Menschen reden seit Urzeiten von Gott und den Göttern. Sie wollen wissen, woher sie kommen und wohin sie gehen. Und das Sprichwort sagt: Gott ist das, woran Du Dein Herz gehängt hast. Die andere Möglichkeit ist: Gott selbst redet über Gott. Das ist in Christus geschehen, wie wir glauben. Der Mensch will zu Gott kommen, aber das geht nur, wenn Gott zum Menschen kommt und selbst Mensch wird. Von diesen beiden Möglichkeiten, von Aufstieg und Abstieg, handelt die Sendereihe.

Folge 7 - Das Eine Argument: Anselm von Canterbury

Die 7. Sendung handelt von Anselm von Canterbury, der 1109 gestorben ist. Er war kein Engländer, sondern kam aus Savoyen und hat lange Zeit als Benediktiner in der Normandie gelebt. Sein Gottesbeweis heißt bei ihm das Eine Argument und Prof. Hattrup zählt ihn zum Weltkulturerbe. Anselm sagt, die Existenz Gottes kann rein aus dem Denken gewonnen werden. In seinem Buch Proslogion heißt es: Gott ist das, worüber nichts Größeres gedacht werden kann (Nr. 2). Gott existiert also gewiß im Kopf. Aber um die Existenz Gottes in der Wirklichkeit zu zeigen, muß Anselm wie der Baron von Münchhausen einen Purzelbaum schlagen. Dann kommt es noch besser. Denn er sagt: Du, Gott, bist aber größer als alles, was gedacht werden kann. (Nr. 15) Nicht alle überzeugt der Gedanke, aber jeder ist beeindruckt.
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