Vom Feind zum Freund

Als Kopernikus 1543 starb, hatte er im gleichen Jahr mit seinem Buch über die Umläufe der Planeten ein neues Kapitel im Drama zwischen Wissen und Glauben aufgeschlagen. Der Domherr von Frauenburg begründete eine Wissenschaft, die sich gegen seinen Willen durch ihren Titanismus bald im Gegensatz zur Kirche befand. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde aus diesem Gegensatz eine veritable Feindschaft. Dabei können die Feinde durchaus Freunde sein, was sich aber erst im 20. Jahrhundert gezeigt hat, nachdem die Wissenschaft eine überraschende Wende vollzogen hat. Der titanische Kampf zur Eroberung der Natur hat nicht die Natur erobert, sondern zur tieferen Erkenntnis Gottes geführt. Professor Dieter Hattrup stellt im Gespräch mit Robert Rauhut in der 13teiligen Sendereihe von EWTN bedeutende Gestalten vor, welche die Entwicklung von Naturwissenschaft und Glaube in der Neuzeit geprägt haben.

Folge 9 - Der tragische Titan Albert Einstein (1879 – 1955)

Im neunten Gespräch zwischen Robert Rauhut und Professor Dieter Hattrup geht es um Albert Einstein. Er nennt sich selbst eine tragische Gestalt. Er hatte sein Leben der Physik gewidmet und Großartiges darin geleistet. Aber an der Quantentheorie ist er gescheitert, und damit wurde sein ganzes Leben entwertet. Auch religiös ist Einstein eine tragische Figur. Er wollte immer an den nicht-würfelnden Gott glauben, den er einfach mit der Natur gleichsetzte. Gott und Natur war ihm eins und dasselbe. Da hat ihn seine geliebte Physik widerlegt, die zeigt, wie würfelmäßig es in der Natur zugeht. Das soll heißen: Es gibt zwar viel Kausalität in der Natur, aber vollständig kausal ist sie nicht. Damit zeigt sich der persönliche Gott, den Einstein gerade mit der Physik vertreiben wollte.

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