Vom Feind zum Freund

Als Kopernikus 1543 starb, hatte er im gleichen Jahr mit seinem Buch über die Umläufe der Planeten ein neues Kapitel im Drama zwischen Wissen und Glauben aufgeschlagen. Der Domherr von Frauenburg begründete eine Wissenschaft, die sich gegen seinen Willen durch ihren Titanismus bald im Gegensatz zur Kirche befand. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde aus diesem Gegensatz eine veritable Feindschaft. Dabei können die Feinde durchaus Freunde sein, was sich aber erst im 20. Jahrhundert gezeigt hat, nachdem die Wissenschaft eine überraschende Wende vollzogen hat. Der titanische Kampf zur Eroberung der Natur hat nicht die Natur erobert, sondern zur tieferen Erkenntnis Gottes geführt. Professor Dieter Hattrup stellt im Gespräch mit Robert Rauhut in der 13teiligen Sendereihe von EWTN bedeutende Gestalten vor, welche die Entwicklung von Naturwissenschaft und Glaube in der Neuzeit geprägt haben.

Folge 6 - Der reuevolle Titan Isaak Newton (1642 – 1727)

Newton war wirklich ein großer Physiker, er verband 1687 Himmels- und Erdphysik, was damals niemand für möglich gehalten hatte. Er konnte erklären, warum auf der Erde beim Fallgesetz die gleichen Gesetze gelten wie am Himmel beim Umlauf der Planeten um die Sonne. Dennoch litt er später enorm unter seinem Erfolg. Darum geht es in der sechsten Sendung im Gespräch von Robert Rauhut und Professor Dieter Hattrup. Newton sah es nicht gleich im Jahr 1687, aber später erkannte er, wie sein Weltsystem Gott zur Untätigkeit verurteilt. Anders als Descartes wollte er eine solche Vorstellung aber nicht, und er bemühte sich sehr um eine lebendige Sicht Gottes, wohl nur mit halbem Erfolg.

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