Vom Feind zum Freund

Als Kopernikus 1543 starb, hatte er im gleichen Jahr mit seinem Buch über die Umläufe der Planeten ein neues Kapitel im Drama zwischen Wissen und Glauben aufgeschlagen. Der Domherr von Frauenburg begründete eine Wissenschaft, die sich gegen seinen Willen durch ihren Titanismus bald im Gegensatz zur Kirche befand. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde aus diesem Gegensatz eine veritable Feindschaft. Dabei können die Feinde durchaus Freunde sein, was sich aber erst im 20. Jahrhundert gezeigt hat, nachdem die Wissenschaft eine überraschende Wende vollzogen hat. Der titanische Kampf zur Eroberung der Natur hat nicht die Natur erobert, sondern zur tieferen Erkenntnis Gottes geführt. Professor Dieter Hattrup stellt im Gespräch mit Robert Rauhut in der 13teiligen Sendereihe von EWTN bedeutende Gestalten vor, welche die Entwicklung von Naturwissenschaft und Glaube in der Neuzeit geprägt haben.

Folge 4 - Der kämpferische Titan Galileo Galilei (1564 – 1642)

Eine noch größere Bedeutung als beim Fallgesetz und beim Fernrohr erlangte Galilei mit seinem Kampf für Kopernikus und für die Erdbewegung. Im Gespräch zwischen Robert Rauhut und Professor Dieter Hattrup wird klar, warum Galilei 1623, als Barberini zum Papst gewählt wurde, seine Chance gekommen sah, endlich das Weltsystem mit der Sonne im Mittelpunkt durchzusetzen. Aber Papst Urban VIII., den Galilei von Florenz aus jetzt oft in Rom besuchte, blieb vorsichtig. Der Papst schlug ein Buch mit einem Dialog über die beiden hauptsächlichen Weltsysteme vor, das Galilei dann auch wirklich schrieb und 1632 erscheinen ließ, das aber zum berühmten Prozeß von 1633 vor der Inquisition führte.

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