Naturrecht, ein unbequemer Wegweiser?

Neue Perspektiven für einen alten Bekannten - mit Dr. Andrzej Kuciński
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Jeder von uns macht die Erfahrung, dass er an bestimmten ethischen Maßstäben festhält, deren Befolgung er auch anderen Menschen zumutet. Ohne einen moralischen Grundkonsens ist gesellschaftliches Miteinander unmöglich. Doch bleibt die Frage, was genau zu diesem Grundkonsens gehört, umstritten. Das Christentum hat eine durch die griechische Philosophie erstmalig „erfundene“ Denkfigur des Naturrechts fortentwickelt, profiliert und bis heute als verlässliche Handlungsorientierung durchgehalten. Ist das Naturrecht aber noch aktuell? Kann es im 21. Jh. ein Wegweiser sein? Und sollten seine Inhalte nicht besser angepasst werden?

Folge 13 - Totgesagte leben länger. Naturrecht als Bestandteil einer grenzbewussten Ethik

Es ist nicht einfach, ein solch komplexes Thema wie den Naturrechtsbegriff in kurzen Worten zusammenzufassen. Nachdem sein Wesen, die Voraussetzungen, die Geschichte, verschiedene Komponenten und wesentliche Bezüge erörtert wurden, gilt es nun, etwas praktischer zu fragen: Was hat es mit mir, dem einzelnen Ottonormalverbraucher zu tun? Wenn das Naturrecht eine unverrückbare Grenze für das menschliche Handeln zieht, dann könnte man seine praktische Relevanz als eine „grenzbewusste“ Ethik bestimmen, die im Stande ist, bestimmte Handlungen von vornherein auszuschließen, weil sie dem Menschen – aufgrund der Beschaffenheit seiner Natur – schaden. Positiv gewendet, kann das Naturrecht zu einem, wenn auch manchmal unbequemen, Wegweiser, werden, der dazu anregt, das wahrhaft Menschliche zu fördern und zu schützen, und was es konkret heißt – immer aus einer ganzheitlichen Betrachtung des Menschen zu eruieren.

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