Reportage | Alltag unterm Meeresspiegel

Trailer - Alltag unterm Meeresspiegel

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Genre: Reportage
Länge: HD - 30 min
Status: Realisiert

DVD: Auf Anfrage
Bildungslizenz (Schulungen, Seminare, Veranstaltungen): Auf Anfrage
TV Lizenz: Auf Anfrage

Anfragen über: world-sales@arthur-film.de

Eine Reportage über die Mannschaft des modernsten U-Bootes der deutschen Marine. Für diesen Film lebte unser Kameramann 5 Tage mit an Bord. "Nach 2 Tagen wusste ich nicht mehr, ob Tag oder Nacht ist"

In Eckernförde werden die Koffer gepackt. Lars, Wachoffizier bei der deutschen
Bundeswehr, bereitet sich auf seinen zwei Monate andauernden Manövereinsatz auf
U33 vor. Am nächsten Tag läuft das U-Boot aus. Lars nutzt jede freie Minute, um
Zeit mit seiner Lebensgefährtin Angela zu verbringen. Ein ausgiebiger Spaziergang
und ein leckeres Abendessen sollen den Abschied auf Zeit erleichtern.
Am nächsten Morgen macht sich Lars mit seiner Reisetasche auf den Weg zum
Marinestützpunkt in Eckernförde. Am Kai wartet schon das modernste U-Boot der
deutschen Marine auf seinen Manövereinsatz vor der Küste Englands. Es ist ein Nato-
Manöver, bei dem die verbündeten Streitkräfte lernen sollen, einen U-Boot-Angriff
abzuwehren.
Lars steigt die enge Abstiegsluke ab und verschwindet im Innern des U-Bootes.
Nachdem er seinen Spind eingeräumt und seine Koje – die einzige Privatsphäre an
Bord – eingerichtet hat, verabschiedet er sich von seiner Familie.
Man umarmt und küsst sich noch einmal. Bei der anschließenden Auslaufmusterung
wird die Besatzung ein letztes Mal auf ihre Aufgaben hingewiesen, bevor die Taue
vor den zurückbleibenden Angehörigen gelöst werden und das U-Boot fast lautlos
den Marinehafen verlässt.

4 Wochen später
Es ist 4.45 Uhr. Lars wird von einem Kameraden geweckt. Schlaftrunken und lautlos
rollt er sich aus seiner Koje. Den acht qm großen Schlafraum teilen sich acht
Besatzungsmitglieder. Schnarchende Kameraden und Körperausdünstungen sind
inklusive. Während Lars sich seine Hose überstreift, schläft die Mehrzahl seiner
Kameraden noch. Lars beschränkt sich auf eine „Katzenwäsche“, denn tägliches
Duschen auf einem U-Boot ist verpönt. Für die gesamte Besatzung stehen nur zwei
kleine Waschbecken und eine Duschkabine zur Verfügung.
Nach einem ausgiebigen Frühstück werden von Lars sechs Stunden volle
Konzentration gefordert. Er fährt das U-Boot.
An Bord werden aus einem 24-Stunden-Tag zwei 12-Stunden-Tage. Alle 6 Stunden
findet ein Schichtwechsel statt. Die ungewöhnlichen Schlafenszeiten zerren an den
Nerven der gesamten Besatzung. Tageslicht existiert an Bord nicht und vielen
Besatzungsmitgliedern wird nur beim Frühstück, Mittagessen oder Abendbrot die
reale Tageszeit deutlich.
Humor ist auf einem U-Boot an der Tagesordnung und für die Stimmung
untereinander sehr wichtig, denn zwischen arbeiten und schlafen existiert wenig Zeit
und wenig Platz für Freizeitaktivitäten. Wer seine kostbare freie Zeit nicht mit
schlafen verbringen möchte, hat die Möglichkeit zu lesen oder eine DVD zu schauen.
Für die sportlichen Kameraden steht im Maschinenraum zwischen Hebeln, Knöpfen
und Dieselgeruch ein Trimm-Dich-Fahrrad bereit.
Die Stimmung in der Kommandozentrale wird durch ständige Witze und Blödeleien
aufgelockert. Selbst die im Manöver eingebundenen Fregattenfahrer und
Hubschrauber werden über Funk bei Laune gehalten. Nur die Körperausdünstungen
vom letzten Mittagessen sorgen hin und wieder für Missstimmung unter der
Besatzung.

Alkohol ist an Bord grundsätzlich verboten, außer nach dem Schicht- bzw.
Wachwechsel zur Mitternacht. Ein Bier pro Person gönnt der Kommandant seiner
Besatzung, bevor es in die Koje geht.
Das Verhältnis zwischen den jungen Soldaten und den Offizieren ist locker und
entspannt. U-Boot fahren bedeutet Teamarbeit und deshalb gleicht die Besatzung
einem lustigen Freundeskreis. Bekannte Hierarchien der Bundeswehr scheinen hier
nur im Ansatz zu bestehen.
Nachdem Lars sich nach seiner Schicht schlafen gelegt hat, wird er
durch Sirenen und Rotlicht unsanft geweckt. Mitten in der Nacht muss die gesamte
Besatzung ein simuliertes Feuer unter Kontrolle bringen und einen Verletzten bergen.
Eine Möglichkeit den verlorenen Schlaf nachzuholen gibt es nicht. Schlaf ist die
größte Mangelware an Bord.
Nach fünf Tagen auf offener See läuft das U-Boot pünktlich zum Wochenende im
Hafen von Plymouth in England ein. Die Freude auf ein richtiges Bett und eine
Dusche ist der Besatzung in die Gesichter geschrieben.
An Bord des U-Bootes gibt es keine Möglichkeit zu telefonieren oder das Internet zu
nutzen. Lars hatte seit fünf Tagen keinen Kontakt zu seiner Freundin Angela.
Im Hotelzimmer angekommen, tauscht Lars seine Marineuniform umgehend gegen
gemütliche Alltagskleidung und chattet via Webcam mit seiner Liebsten.
Trotz Schlafdefizit zieht der Großteil der Mannschaft bis zum Morgengrauen durch
Plymouths Kneipen und Diskotheken.
Am darauffolgenden Montag wird wieder pünktlich aufgestanden und erneut in See
gestochen.

Drei Wochen später
Nach zwei Monaten läuft das U-Boot im Heimathafen in Eckernförde ein.
Endlich kann Lars seine Lebensgefährtin Angela wieder in die Arme schließen.

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